Wenn man an Bangkok denkt, kommt manch einem der Begriff „Venedig des Ostens“ in den Sinn. Zurecht, denn Bangkok ist durchzogen von unzähligen Kanälen, den sogenannten Khlongs. Gespeist vom Chap Phraya Fluss bilden die Khlongs die Lebensadern der Stadt. Für viele Menschen bilden sie den Lebensmittelpunkt. Sie leben in ihren Holzhäusern auf Stelzen direkt am Wasser, transportieren Güter in ihren Booten und tausende Einwohner der Metropole nutzen die Wassertaxen täglich.
Einen besonderen Einblick habe ich im Rahmen meines diesjährigen Thailand Urlaubs bei einem Ausflug in den Khlong Bang Luang und den gleichnamigen Markt bekommen.
Vormittags werden wir von unserem Fahrer und dem Tourguide Jorge abgeholt, der uns erstmal mit einem „Servus“ begrüßt hat. Jorge hat eine Zeit lang in der Nähe von Stuttgart studiert und bei einer Gastfamilie gelebt, daher war sein Deutsch sehr gut und hatte sogar einen Hauch schwäbischen Dialekt. Sehr sympathisch!
Nachdem einem Mittagessen am Chao Phraya, geht es auf das Longtailboot. Vom Tha Chang Pier legen wir ab und überqueren zuerst den Fluss Richtung Wat Arun. Am Wat Kalayanamit biegen wir dann ein zum Khlong Bangkok Yai. Dieser ist durch eine Schleuse vom Chao Phraya getrennt, um Überflutungen zu verhindern, die bei Hochwasser sonst entstehen würden.
Eine besondere Erfahrung, mal eine thailändische Schleuse zu durchfahren. Wenn die Schleusentore geschlossen sind, wird das Tor in Fahrtrichtung langsam geöffnet, sodass das Wasser auf das niedrigere Level abfließen kann, oder umgekehrt auf das Flussniveau volllaufen kann.
Schleusenkontrolleur: Ein Waran mustert uns von seiner Mauer aus...
Es geht los. Die Schleuse ist geöffnet und wir sinken auf das Level des Khlongs hinab. Die Motoren starten wieder und los geht die Fahrt.
Rechts und links ziehen die Stelzenhäuser der Einheimischen an uns vorbei. Viele total süß mit Pflanzentöpfen und Dekoration geschmückt, andere heruntergekommen und verlassen. Zwischendrin Säumen Palmen und Banyanbäume mit ihren herabhängenden Luftwurzeln die Ufer.
Den imposanten und neuesten Tempel Bangkok’s, den Wat Paknam mit seinem 69 Meter hohen Buddha, passieren wir auch. Man fühlt sich wie im Film.
Wir erreichen den Bang Luang Floating Market. So wirklich „floating“ ist er nicht, da er sich am Ufer des Kanals entlang zieht und wie der Großteil der Häuser auf Stelzen im Wasser steht, dennoch auf den ersten Blick wunderschön und sehr einladend.
Wir statten dem Tempel Wat Kamphaeng einen kurzen Besuch ab. Jorge erläutert uns die Wandmalereien, wie sie die Geschichte Buddhas erzählen. Der Tempel hat einen sehr antiken Look, denn er wurde schon lange nicht mehr bemalt und restauriert, doch genau das gibt ihm einen gewissen Charme. Eingebettet zwischen Bäumen und mit seiner Holzvertäfelung, strahlt der Wat Kamphaeng eine ruhige Atmosphäre aus.
Anschließend begeben wir uns in die Gassen entlang des Kanals, laufen an vielen verschiedenen Läden und Restaurants vorbei. Unser Ziel ist das Artist’s House, einem Café, welches Gemälde und Handwerkskunst verkauft.
Wir besichtigen den dortigen, sehr alten Chedi. Von Moos bewachsen wirkt er sehr altertümlich. Jorge erklärt uns, dass im Buddhismus die Körper der Verstorbenen Menschen eingeäschert werden und in den Chedi beigesetzt werden.
Wir bekommen einen Kaffee serviert und dürfen uns umschauen, welche Handgemachten Kunstgegenstände hier ausgestellt werden.
So sah das Dorf im 19. Jahrhundert aus.
Bang Luang bedeutet übersetzt so viel wie Adelsdorf, denn in diesem Dorf hat die obere Gesellschaftsschicht gelebt.
Wir durchqueren den Markt im Anschluss weiter bis zum nächsten Pier, wo unser Boot auf uns wartet. Eine weitere schöne Panoramafahrt entlang des Khlongs erwartet uns.
Zurück durch die Schleuse geht es wieder auf den Chao Phraya und zum Tha Chang Pier. Von da aus machen wir eine kleine Tuk Tuk Fahrt zum nächsten Khlong. Auf dem Khlong düsen wir mit dem Wassertaxi weiter zur nächstgelegenen BTS-Station mitten in den Hochhäuserschluchten der Stadt.
Das finale Ziel ist der King Power Mahanakhon Tower, auf dem wir den Sonnenuntergang genießen möchten.
Oben angekommen sind wir einerseits etwas von den Menschenmassen überrascht, aber eigentlich zur Primetime zum Sonnenuntergang nicht verwunderlich. Mit einem Kühlen Chang Bier in der Hand bestaunen wir den überwältigenden Ausblick über die Stadt.
Der Himmelfärbt sich rot.
Bangkok von oben, durchzogen vom Chao Phraya.
Wir beenden an diesem Punkt die Tour mit Jorge, er bringt uns noch zur nächsten MRT-Station, denn wir bleiben noch in der Stadt. Der Transfer zurück zum Hotel wäre aber natürlich inbegriffen.
Ein gelungener Abschluss eines facettenreichen Tages auf den Wasseradern von Bangkok!
Diesen Ausflug und weitere spannende Trips in und um Bangkok bauen wir Dir gerne in deine nächste Thailandreise ein.